Augenlasern - Methoden: PRK, Lasek, Lasik und mehr

Refraktive Augenlaserchirurgie bei Fehlsichtigkeit

Unter refraktiver Augenlaserchirurgie versteht man die Korrektur von Fehlsichtigkeiten des Auges durch den Einsatz spezieller Lasergeräte. Sie wurde in den siebziger Jahren erprobt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Im Wesentlichen werden heute drei Verfahren angewendet, die photoablative refraktive Keratektomie (PRK), die Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) und die Laser-epitheliale-Keratomileusis (LASEK). Die Methoden haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die Auswahl einer Methode wird für den Einzelfall vorgenommen.

Fehlsichtigkeiten: Hyperopie Myopie Astigmatismus

Fehlsichtigkeiten des Auges sind an sich keine Erkrankungen, eine Fehlsichtigkeit ist lediglich ein Brechkraftfehler, der durch einen zu kurzen oder zu langen Augapfel bedingt ist. Bei der Emmetropie (Normalsichtigkeit) liegt der Fokus der Sicht exakt auf der Netzhaut, sodass es zu einer korrekten Abbildung bei der Sicht kommt. Eine Ametropie (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung) weist dagegen einen zu langen (Kurzsichtigkeit, Myopie) oder zu kurzen Augapfel (Weitsichtigkeit, Hyperopie) auf oder es kommt zur Brechung des Lichts in mehreren Brennpunkten (Hornhautverkrümmung, Astigmatismus). Fehlsichtigkeiten niederer Ordnung können mit Verfahren der Augenlaserchirurgie wie PRK, LASEK oder LASIK korrigiert werden. Dabei sind häufig wesentliche Verbesserungen der refraktiven Messwerte (in Dioptrien) erreichbar.

Dafür setzt man einen Speziallaser, den Excimerlaser ein. Dieser, mit Kaltlicht arbeitende Gaslaser liegt im ultravioletten Strahlungsbereich und ist in der Lage, Gewebe ohne Wärmeentwicklung zu verdampfen. So kann die Brechkraft der Hornhaut durch einen minimalen Gewebeabtrag mittels Excimerlaser verändert werden. Im Ergebnis entstehen eine genauere Abbildung bei der Sicht und eine Minderung der Fehlsichtigkeit. Bei Kurzsichtigkeit wird eine Abflachung der Hornhaut mit einer Brechkraftverringerung vorgenommen, bei Weitsichtigkeit wird die Hornhaut angesteilt, was mit einer Brechkrafterhöhung einhergeht. Der Astigmatismus wird durch die Formung der Hornhaut dahingehend vermindert, dass die Konzentration der Sicht auf einen Fokus erfolgt.

PRK – die photoablative refraktive Keratektomie

Um einen Gewebeabtrag an der Hornhaut vorzunehmen, lassen sich zwei grundsätzliche Verfahren einsetzen, der Gewebeabtrag an der Hornhautoberfläche und der Abtrag in tieferen Schichten der Hornhaut. Die PRK ist als eine der frühesten refraktiven Laserkorrekturen anzusehen, sie wird seit etwa 1978 durchgeführt. Bei der PRK nimmt der Excimerlaser den Gewebeabtrag an der Hornhautoberfläche vor. Das Ablationsprofil (den Abtrag der Hornhaut) berechnet er nach den eingegebenen Basisdaten selbstständig. Zunächst erhält der Patient eine örtliche Betäubung des Auges durch Tropfen und das Auge wird mit einer Sperre fixiert. Der Chirurg entfernt dann im maßgeblichen Bereich das Epithel (Deckgewebe) auf der Hornhautoberfläche und legt die Hornhaut frei. Der Excimerlaser kann dann den Gewebeabtrag an der Hornhaut, wie berechnet vornehmen.

Es dauert einige Tage, bis das Epithel sich regeneriert hat und es kann zu Schmerzen bei der Heilung kommen. Mithilfe von schmerzlindernden Tropfen und einer schützenden Kontaktlinse lassen sich die ersten Tage überbrücken. Die Vorteile der PRK liegen darin, dass kein Schnitt in die Hornhaut erfolgt und diese so stabil bleibt. Nachteilig sind die längere Heilungsphase und eventuelle Narben, die auf der Hornhaut zurückbleiben. Folgeerscheinungen der PRK können verstärkte Licht- und Blendeempfindlichkeit, insbesondere in der Dämmerung oder bei Nachtsicht sein (etwa Halos oder Glare). Auch ein trockenes Auge, durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit kann auftreten, diese Erscheinung ist aber meist nur vorübergehend. Kommt es zu Fehlern bei der Korrektur, besteht die Möglichkeit einer Nachbehandlung, die etwa drei Monate nach dem ersten Eingriff erfolgen kann.

LASEK – Laser-epitheliale-Keratomileusis

Die LASEK verläuft im Prinzip wie eine PRK, mit dem Unterschied, dass das Deckgewebe der Hornhaut, das Epithel bei der LASEK mit einer alkoholischen Lösung aufgeweicht wird. Es wird dann nur zur Seite geschoben und nach dem Abtrag der Hornhaut wieder zurückgeschoben. Die Ergebnisse von PRK und LASEK stimmen weitgehend überein.

LASIK – Laser-in-situ-Keratomileusis

Im Gegensatz zu PRK und LASEK wird bei einer LASIK der Hornhautabtrag in der mittleren Hornhautschicht vorgenommen. Dafür setzt der Chirurg einen flachen, seitlichen Schnitt in das mittlere Hornhautgewebe. Im Anschluss wird die gelöste Lamelle zur Seite geklappt und der Excimerlaser nimmt den Abtrag in der mittleren Hornhautebene vor. Die Lamelle wird dann zurückgeklappt und haftet durch Adhäsion wieder an der Hornhaut an. Gegenüber PRK und LASEK ist die LASIK erheblich komfortabler für den Patienten. Es kommt in der Regel nicht zu Schmerzen und die korrigierte Sicht stellt sich größtenteils in den ersten Tagen und Wochen ein. Ein spezieller Risikofaktor ist allerdings der Hornhautschnitt, er kann im weiteren Verlauf zu einer Instabilität der Hornhaut, etwa einem Keratokonus führen. Deshalb ist es wichtig, in der Voruntersuchung genau festzustellen, ob die Hornhaut über eine ausreichende Dicke verfügt. Reduzieren lässt sich das Risiko, das der Hornhautschnitt verursacht durch die Schnittführung mit einem weiteren Speziallaser, dem Femtosekundenlaser. Dieser Laser arbeitet feiner und schneller als ein Skalpell und die Ergebnisse sind präziser. Als Nebenwirkung kann auch bei der LASIK das trockene Auge und erhöhte Blendeempfindlichkeit mit verminderter Nachtsicht auftreten.

Topografische und wellenfrontgeführte LASIK

Sind bei einem Patienten neben den genannten Fehlsichtigkeiten niederer Ordnung noch Aberrationen, das heißt Fehlsichtigkeiten höherer Ordnung feststellbar, ist mit Blendesensibilität und verminderter Nachtsicht durch eine PRK, LASEK oder LASIK zu rechnen. Risikofaktoren sind hohe Dioptrien-Werte bei der Korrektur, das Durchführen einer Wiederholungslaserung, große Pupillen und erbliche Veranlagung. Die Korrektur sollte nicht über -6 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit und +4 Dioptrien bei Weitsichtigkeit liegen, eine Hornhautverkrümmung lässt sich bis 5 Dioptrien behandeln. Zur Minderung von Aberrationen kann man von einem sogenannten Aberrometer die Werte messen lassen und dann anhand des Profils eine wellenfrontgeführte LASIK durchführen. Damit werden Aberrationen weitgehend behandelbar. Eine Topo LASIK setzt man zur Oberflächenglättung der Hornhaut ein. Narben oder natürliche Unebenheiten an der Hornhautoberfläche lassen sich in einer Topografie der Hornhaut abbilden, die Werte werden dann zur Glättung der Hornhautoberfläche eingesetzt (30.12.2012).