Augenlasern - Risiken und Nebenwirkungen

Was man vor einer Augenlaserung wissen sollte

Wer unter einer Fehlsichtigkeit leidet, kann in der Regel eine Brille tragen oder gar Kontaktlinsen. Nicht jeder möchte allerdings sein Leben lang mit einer Sehhilfe umherlaufen. In diesem Fall bietet sich die Möglichkeit einer Augenlaserbehandlung an. Plakate versprechen jedem eine schnelle Hilfe, um die Fehlsichtigkeit der Augen zu beheben. Wird ein Blick auf die Zahlen durchgeführter Behandlungen geworfen, so scheint die Zahl stetig zu steigen.

Natürlich gibt es bei der Bereitschaft für einen solchen Eingriff auch einiges zu bedenken. Nachfolgend wird aufgeführt, welche Risiken und Nebenwirkungen sowie Nachteile möglich sind. Zudem wird vorgestellt, was zur Vermeidung getan werden kann oder wie es zur vollständigen Heilung nach der Augenlaserbehandlung kommt.

Generell gilt:

Operationen bergen immer ein gewisses Risiko in sich. Dies gilt auch für eine Augenlaser-Behandlung, bei der es sich ebenfalls um einen operativen Eingriff handelt. Allerdings sind die Nebenwirkungen eher selten. Durchgeführt werden diese Behandlungen in Form von einer photorefraktiven Keratektomie, einer LASEK, Epi-Lasik sowie einer Femto-LASIK oder einer LASIK.

Es gibt Wege, bereits im Vorhinein die Risiken dieser Behandlung erheblich zu verringern. Zum einen handelt es sich dabei um eine gründliche Untersuchung. Den zweiten ganz entscheidenden Faktor stellt hier die seriöse Beratung dar. Beides sind Maßnahmen, die vor dem Eingriff stattfinden. Schließlich muss vorher abgeklärt werden, ob die Behandlung bei dem Patienten überhaupt durchgeführt werden kann. Der Einsatz dieses operativen Eingriffs ist nicht immer möglich. Ferner muss unbedingt abgeklärt werden, mit welcher Methode die Laserbehandlung vorgenommen wird. Auf jeden Fall sollten Patienten bereits im Vorhinein darüber informiert werden, dass bei einigen Varianten Schmerzen nach einer Behandlung der Augen auftreten können. Es kann sich um die folgenden Stunden oder Tage im Anschluss an den operativen Eingriff handeln.

YOUTUBE: Gefahr beim Augenlasern: Rendite statt Medizin | Panorama | DAS ERSTE
(www.youtube.com/watch?v=0umBozopbZg)

Die grundsätzlichen Risiken

Beim Eingriff mit Augenlasern zielt man darauf, durch Veränderungen / Abtragungen an der Augenhornhaut die Brechkraft des optischen Systems 'Auge' bzw. den Brechungswinkel des einfallenden Lichts zu verändern. Dabei ist kann es zu einer Unter- oder Überkorrektur der Fehlsichtigkeit kommen - nicht immer ist eine "Punktlandung" bei 0 Dioptrien = Normalsichtigkeit möglich. Aus diesem Grund kann es erforderlich werden, dass eine zweite Operation durchgeführt wird. Gegebenenfalls kann auch auf Sehhilfen zurückgegriffen werden.

Zudem kann eine verstärkte Lichtempfindlichkeit nach einer Augenlaserbehandlung auftreten. Diese äußert sich beispielsweise darin, dass das Blenden durch das Licht stören kann. Ferner können Lichthöfe, bei denen auch von so genannten Halos gesprochen wird (vgl. www.augenlasern-lasik.de/doppelbilder-halos-und-weitere-unerwunschte-sicht-effekte-nach-dem-augen-lasern/), ebenfalls eine Negativwirkung besitzen.

Ebenfalls kann es zum Wahrnehmen von Doppelkonturen kommen (vgl. www.onmeda.de/behandlung/augenlaser_behandlung-risiken-und-komplikationen-6002-8.html). Alle diese Faktoren wirken sich natürlich besonders störend aus, wenn Patienten in der Nacht regelmäßig Auto fahren. Letztendlich kann es sogar zu der Konsequenz führen, dass es Menschen künftig verweigert wird, in der Nacht mit dem Auto unterwegs zu sein.

Weitere Risiken

Es gibt verschiedene Risiken, die im Hinblick auf eine Augenlaser-Behandlung auftreten können. So kann sich nach der Augen-OP die Hornhaut entzünden. Symptome können sich in Form von einem geröteten und geschwollenen Auge zeigen, was sich zudem schmerzhaft auswirken kann. Behandeln lassen sich diese Krankheitszeichen über mehrere Tage durch Augentropfen und Augensalben. Nach wenigen Tagen sind die Beschwerden in der Regel dann verschwunden. Nur in ganz seltenen Fällen kann es hinsichtlich der Heilung zu Störungen oder Verzögerungen kommen.

Ein weiteres Risiko kann mitunter in seltenen Fällen insbesondere bei LASIK-Operationen auftreten. Wurde eine Augenlaserbehandlung durchgeführt, kann es Tage danach zu einer Verschiebung des Hornhautdeckelchens (Flaps) kommen (vgl. www.dr-lackner.de/augenlaser-lasik/risiken.htm). Verursacht werden kann dies unter anderem dadurch, dass das Auge gerieben wird. Kommt es zu einer solchen Verschiebung, ist es oft erforderlich, dass ein zweiter operativer Eingriff erfolgt.

Es gibt Nebenwirkungen, die eher selten vorkommen. Manche Nebenwirkungen zeigen sich nach LASIK-Operationen. In diesem Fall können die Zellen betroffen sein, die an der obersten Hornhautschicht liegen. Möglich ist ein Einwachsen unter dem Hornhautdeckelchen. Unter Umständen muss eine weitere Operation erfolgen, in derem Rahmen es zur Entfernung der eingewachsenen Zellen kommt.

Noch einige mögliche Risiken

Zu einem recht geringen Prozentsatz können Schwächungen an der Hornhaut(stabilität) auftreten. Dann kann es zu einer Vorwölbung der Hornhaut kommen, verbunden mit einer Sehverschlechterung (vgl. www.uni-augenklinik-frankfurt.de/patienten/keratokonus_hornhaut/).

Unter anderem besteht auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Infektion, die eine Narbenbildung als Folge hat. So kann es vielleicht sogar erforderlich werden, dass es zu einer Hornhauttransplantation kommt. Generell gilt: die Risiken einer Entzündung lassen sich durch Verwendung von Augentropfen reduzieren, die Cortison enthalten. Werden diese über einige Tage verwendet, wird dem Risiko von Augenentzündungen vorgebeugt.

Das Spektrum der Nebenwirkungen

Es gibt drei Stufen oder Kategorien von Nebenwirkungen, die in der Zeit nach der Augenlaser-Behandlung auftreten können. Zum einen handelt es sich dabei um selbst ausheilende Nebenwirkungen, die mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent auftreten können. Bis zu einem Monat im Anschluss an die Behandlung können Blendungen oder Lichtempfindlichkeiten (vgl. www.auge-online.de/Beschwerden/Blendung/blendung.html) auftauchen.

Ferner kann es zu einer reduzierten Sehkraft in der Dämmerung kommen. Liegt einer normaler Verlauf des Heilungsprozesses vor, heilen diese Beeinträchtigungen vollständig ab.

In den zwei Monaten nach der Behandlung besteht die Wahrscheinlichkeit einer schwankenden Sehleistung. Ausgelöst wird diese mitunter aufgrund eines Hornhautödems. Selbst bis zu sechs Monaten danach ist das Auftreten von Nebenwirkungen möglich. Handeln wird es sich dabei um ein taubes Gefühl der Hornhaut, das in der Regel oft vollständig vergeht.

Halos, Starburst, Ghosting, Blendung, Auf www.operationauge.de/bilder-2.html sind die verschiedenen optischen Nebenwirkungs-Effekte von Augenlaser-OPs schön verdeutlicht (Screenshot 04.11.2014)

Kategorie 2 der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Kategorie 2 machen etwa 84 Prozent der Nebenwirkungen von Augenlaser-Behandlungen aus. Es handelt sich dabei um Nebenwirkungen, die mit Medikamenten oder durch eine Nachbehandlung behoben werden können.

• So kann es beispielsweise zu Restbrechungsfehlern kommen. Dieses kann in der Ursache begründet liegen, dass eine Über- oder Unterkorrektur vorliegt. Sofern sich diese Korrektur störend auswirkt, können diese Störungen durch das gezielte Nachbehandeln behoben werden.

• Ferner gibt es die bleibenden Blendungserscheinungen, die besonders bei der PRK oder der LASEK auftauchen. Ihre Ursachen finden Erscheinungen in einer so genannten Haze-Bildung (vgl. www.augenlaser-ratgeber.net/haze/). Es handelt sich dabei genauer gesagt um eine Trübung der Hornhaut und einer autoimmun bedingten Gewebsverdichtung. Eine Behandlung kann durch die Gabe von Autotropfen erfolgen. Sollte allerdings keine Behandlung erfolgen, werden diese Nebenwirkungen nur in seltenden Fällen bleiben.

• Auch eine Dezentrierung kann infolge einer Laserbehandlung vorkommen. Dabei ist das Zentrum der optischen Zone ungleich mit dem Zentrum der Behandlungszone. Das liegt daran, dass es zu Differenzen im Auge kommt. Davon sind die optische Sehachse, der Hornhautscheitel und die Pupillenmitte betroffen. Wird eine gezielte Nachbehandlung vorgenommen, kann diese Form der Nebenwirkung behoben werden.

• Mit den Einschlüssen unter dem Flap zeigt sich ein weiteres Problem. Zum einen kann die Ursache in einer Entzündung liegen. Andererseits kann dies die Folge einer unvollständigen Spülung, da diese normalerweise im Anschluss an die Laserbehandlung durchgeführt wird. Durch eine medikamentöse Behandlung können diese Schwierigkeiten beseitigt werden. Möglicherweise muss allerdings der Flap auch erneut angehoben werden. Dabei sollte dann eine mechanische Reinigung erfolgen.

• Es kann eventuell auch dazu kommen, dass sich der Flap verschiebt. Geschehen kann dies, wenn man nach dem Eingriff nicht vorsichtig genug ist. Mitunter ist allerdings der Flap auch nicht korrekt zurückgelegt worden. Den Problemen kann abgeholfen werden, indem der Flap repositioniert wird.

Kategorie 3: Bleibende Nebenwirkungen und Schäden

Bei der dritten Stufe handelt es sich um bleibende Schäden. Dabei können unter anderem Trübungen der Hornhaut auftreten. Ihre Ursache können in einer Entzündung liegen, die nach dem Eingriff beginnt. Ferner kann es zur Narbenbildung oder zu einer Epitheleinwachsung kommen (vgl. www.athenseyehospital.gr/de/komplikationen-p81.html).

Das Vermeiden dieser Nebenwirkungen ist möglich, wenn nach der Operation im engmaschigen Rhythmus (Nach-)Kontrollen durchgeführt werden.

Eine weitere Möglichkeit liegt in dem Auftreten optischer Asymmetrien. Entstehen kann dies infolge eines unregelmäßigen Abtrags. Verantwortlich dafür sein kann wiederum die Hornhaut, weil sie von einer unregelmäßigen Dichte gekennzeichnet ist. Teilweise kann es auch im Abtragsmuster zu einem technischen Defekt kommen. Es ist möglich, auch diese Nebenwirkung zu beeinflussen. Patienten müssen sich dazu an das ihnen erteilte Trageverbot der Kontaktlinsen vor der OP halten.

Ferner ist es möglich, dass der Flap ganz verloren wird. Dann muss in der Regel eine fremde Augenhornhaut transplantiert werden, so denn verfügbar.

Nachteile einer Augenlaserbehandlung

Wird eine Augenlaserbehandlung durchgeführt, kann es also schon zu einigen Nachteilen, Risiken und Nebenwirkungen kommen. Typisch ist es vor allem, dass eine erhöhte Trockenheit in dem behandelten Auge auftritt. Diese lässt jedoch im Laufe der nächsten Tage nach der Operation nach, geht jedoch in vielen Fällen nie ganz weg. Viele Patienten sind mit dem Augenlaser-Eingriff prinzipiell sehr glücklich, weil sie jetzt wieder ohne Brille oder Kontaktlinsen gut bzw. zumindest um Dimensionen besser sehen können. Dass viele über Jahre hinweg Augentropfen gegen trockene Augen nehmen müssen, gilt da dann als das kleinere Übel. (04.11.2014)

Siehe auch im Web:

YOUTUBE: ZDF > Dr. Parasta vom Augenzentrum München über Risiken einer Augenlaserbehandlung
(www.youtube.com/watch?v=H20q8BF5QhM)